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Video zur Hausbesetzung

Hier ein Video zur Besetzung vom Medienkollektiv Manfred, die direkt vor Ort ein paar Bilder einfangen konnten.

Pressemitteilung

Städtisches Wohnen wird immer teurer. Durch steigende Mietpreise werden Menschen aus niedrig verstandenen Lebensumständen zunehmend aus den repräsentativen Innenstädten vertrieben und müssen auf Randgebiete ausweichen. Diese Setzung von Prioritäten ist auch in Rostock deutlich zu vermerken. Das betrifft die Förderung des Baus neuer Luxus – Wohnungen, meist in Warnownähe, wie dem „Warnowblick“, den Wohnungen auf der Holzhalbinsel und am alten Güterbahnhof sowie dem Wohnpark Petrihof. Doch auch die zunehmende Streichung finanzieller Mittel für Jugend – und Kulturprojekte zeugen von dieser Entwicklung.

Eine Gruppe aus Rostock, die sich mit diesen Umständen nicht abfinden möchte, hat heute ein leerstehendes Haus in der Lindenstraße besetzt.
Die Schaffung konkreter Frei – Raeume zur tatsaechlichen Umsetzung alternativer Lebensentwuerfe stellt sich als logische Folge der theoretischen Annahmen dar. Selbstbestimmung und konsequent eigene Verwaltung selbst geschaffener Strukturen im Sinne autonomen Handelns.

Bei dem leerstehenden Haus in der Lindenstraße handelt es sich um eines der letzten nicht luxus – sanierten Gebäude in der rostocker Innenstadt. Im konkreten Fall sieht die Gruppe die Nutzung des geschaffenen Freiraums in Form von Wohnraeumen, Veranstaltungsraeumen für Workshops, informative Filmabende und aehnliches, einem Baderaum und einer Holzwerkstatt für erstrebenswert.

Hausbesetzung in Rostock

In Rostock wurde heute Abend ein Haus besetzt. Die Bullen sind da und haben gerade auf der Treppe des Hauses teils brutal geräumt.

Aktionswoche

Vom 18.-24. Juni findet in Rostock eine Freiraum und Antirep Aktionswoche statt. Dort wird es Vorträge zu verschiedenen Themen, ein Verhoetraining, eine Demo uvm. geben. Infos zur Woche bekommt ihr auf der seite faxendigge.blogsport.de.

Ein Mobivideo zu der Aktionswoche gibt es auch. Schaut hier:

Interview auf ColoRadio

Wir sind wieder da und melden uns nach mehr als einem Jahr Pause mit einem Nachtrag. Am 05.04.2010 gabs auf ColoRadio, dem freien Radio aus Dresden, ein Interview zur Besetzung der Ernst Barlach 7, welches ihr euch nun unter Pressespiegel anhören könnt.

[HRO] Hausbesetzung #1

Samstag früh wurde die Ernst Barlach Straße 7 von einer Gruppe sozial engagierter Menschen besetzt. Sie wollen damit auf den zunehmend teurer werdenenden Wohnraum in der Rostocker Innenstadt aufmerksam machen, was die Vertreibung einkommensschwächerer Menschen zur Folge hat. Außerdem sollen so alternative und selbstbestimmte Lebens- und Wohnräume gestaltet werden, da auch kulturelle Angebote der Stadt immer weiter gekürzt werden.

Das Haus steht seit mehreren Jahren leer und verfällt zunehmend. In dem Gebäude war früher ein Kreisgericht und es steht heute unter Denkmalschutz. Die Eigentümer_Innen, welche das Haus vor einem Jahr erwarben, wollten zunächst Wohnungen des gehobenen Standards und Büroflächen darin etablieren. Später hieß es sie wollen es abreißen lassen, seitdem verfällt es weiter.

So wurde am frühen Morgen das Haus geöffnet und ein großes Fest veranstaltet. Es wurden Stühle, Sessel, Sofas und Tische aus der Umgebung besorgt, aufgebaut und ein großes, veganes Buffet mit viel Kuchen, Muffins, Brot & Aufstriche, Obst und Gemüse hergerichtet. Im Vorfeld wurden Fyler an die Nachbarn verteilt und aufschlussreiche Gespräche geführt.
Es wurde mit Trommeln, Trompeten und Gitarren ein musikalisches Programm geboten, außerdem konnte mensch Transpis malen, Kinder, oder solche die es sein wollen, schminken, Häcki Sack spielen oder einfach nur gemütlich in der Sonne chillen.

Es bildeten sich recht schnell und selbstständig Gruppen, die im und ums Haus verschiedene Arbeiten verrichteten. So wurde aufgeräumt, Transpis und Fahnen gehisst, Streetartkünstler_Innen gestalteten Wände, auf dem Dach wurde kurzzeitig ein „Sonnenstudio“ eingerichtet, das Klo“problem“ wurde bearbeitet und in einzelnen Räumen wurde mit Renovierungsarbeiten begonnen. Insgesamt wurde alles bunter und netter gestaltet – für einen Tag kehrte Leben in das seit Jahren leerstehende Haus ein. Immer mehr Leute kamen vorbei, interessierte Nachbar_Innen und Anwohner_Innen schauten sich das Gebäude begeistert an und mensch kam miteinander ins Gespräch. Abends sollte eine musikalisch- politische Veranstaltung, in einem eigens dafür hergerichteten Raum, stattfinden.

Auf dem Ostermarsch des Friedensbündnisses, der etwa zeitgleich stattfand, wurde ein Grußwort an die Besetzer_Innen ausgesprochen und zur Solidarität aufgerufen. Dies fand großen Anklang und die Menge reagierte mit Begeisterung.

Am späten Vormittag fuhr zufällig ein Streifenwagen an dem Haus vorbei und reagierte zunächst nicht. Wenig später positionierten sich die Bullen immer wieder „unauffällig“ in der Nähe des Hauses, um so die Situation zu beobachten. Gegen 15 Uhr tauchten dann plötzlich zwei Zivilbullen auf, schauten sich das Gebäude an, zwangen die anwesenden Menschen die Flaggen vom Dach zu entfernen und sprachen den Besetzer_Innen ein Ultimatum aus, das Haus und den Ort innerhalb einer halben Stunde zu verlassen.
Entgegen der Behauptungen der Presse wurde die Polizei nicht durch die Eigentümer_Innen alarmiert, sondern die Eigentümer_Innen von den Bullen informiert, vermutlich um so durch eine Anzeige eine Räumung zu ermöglichen. Die Polizei ließ sich auf keine Verhandlungen mit den Besetzer_Innen ein und verhinderte durch das Vorenthalten von Informationen (Identität der Eigentümer_Innen) Verhandlungen zwischen Eigentümer_Innen und Besetzer_Innen.
Die Eigentümer_Innen sollen Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung (womit sie die Renovierungsarbeiten meinen) gestellt haben.

Um 18 Uhr (nachdem das Ultimatum 6 fach verstrichen war) tauchten dann leider direkt am Haus 60 Bullen auf und umstellten das gesamte Gebäude. Viele weitere standen noch in der Umgebung bereit und es waren auch scheiß viele Zivten unterwegs.

Da sich im Vorfeld auf eine gewaltfreie Vorgehensweise geeinigt wurde, bildete sich vor dem Haus eine Sitzblockade aus mehreren Menschen, welchen von der Polizei ein Platzverweis erteilt wurde, dem sie zunächst nicht nachgingen.
Einige Zeit später wurde mit Ingewahrsamnahme gedroht, woraufhin die Blockade bröckelte und die Polizei die Übriggebliebenen wegschleifte. Keine der daran beteiligten Personen mussten ihre Personalien abgeben.
Nachdem der Eingang endgültig frei war, verschaffte sich die Polizei gewaltsam Zugang zum Gebäude, um es von Keller bis zum Dach zu durchsuchen. Dabei wurden Fahnen, Transparente und weitere dort gefundene Gegenstände konfisziert. Im Haus wurden keine Personen vorgefunden, allerdings wurden im Umkreis des Hauses fünf Menschen, anscheinend zufällig ausgewählt, aufgegriffen und festgehalten. Ihnen wurde eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung angedroht.

Zu den Bullen sei zu sagen: Sie hatten erst mal Schwierigkeiten, das Gebäude sicher zu umstellen und sich miteinander zu koordinieren, der Einsatzleiter war am Anfang nicht direkt vor Ort und aufgrund der Schweigsamkeit der anderen Beamt_Innen nicht zu erfragen. Die Platzverweise wurden wie immer – trotz Nachfrage – nicht schriftlich ausgestellt. Dieser traditionell stümperhafte Bulleneinsatz wird das Land noch teuer zu stehen kommen. So wurde für diese popelige Räumung extra ein Polizeihubschrauber eingesetzt, welcher letztendlich dafür da war den Bullen mitzuteilen, dass sich auf dem Dach eine Luke befindet, durch welche sie selbiges erreichen können. Außerdem wurde eine weitere Hundertschaft in Schwerin bereitgehalten. Mensch weiß ja nie…
Die Durchsuchung des Hauses wurde von außen durch wütende Sprechchöre von Besetzer_Innen und Anwohner_Innen untermalt.

Wir werden uns von dieser Räumung natürlich nicht einschüchtern lassen und weiter für einen alternativen und selbstbestimmten Lebensraum kämpfen, auch wenn die weitere Umstrukturierung (höhere Mieten, weniger Kultur) der Rostocker Innenstadt durch zusätzliche und weitere kostspielige Bulleneinsätze abgesichert werden soll.

WER ZULETZT LACHT, WOHNT AM BESTEN!!!

Geräumt

Die Ernst Barlach Straße 7 wurde am Samstag Abend gegen 19:30 von den Bullen (mit einem massiven völlig unverhältnismäßigem Aufgebot (Schilder, Feuerlöscher, Helme etc…)) geräumt. Nachdem eine kleine Sitzblockade vor dem Haupteingang aufgelöst war verschafften sich die Bullen zutritt zum Haus, mussten jedoch feststellen, dass sich niemand mehr darin befand.
Die gesamte Räumung verlief friedlich und ohne uns ersichtliche Festnahmen. Lediglich gegen drei Personen wurde Anzeige erstattet, da sie zum falschen Zeitpunkt in der Einfahrt standen.
Entgegen einiger Medienberichte sollte hier nochmal festgestellt werden, dass es zu keinen ausführlichen Verhandlungen mit den Bullen oder dem Eigentümer gekommen ist. Lediglich zwei Zivilbullen ließen sich gegen 15:30 vor dem Haus blicken um den Leuten vor Ort ein Ultimatum, das Haus innerhalb einer Stunde zu verlassen, zu stellen, was mehr als unfreundlich geschah. Erst nach ca. vier Stunden kam es zu einer weiteren Kontaktaufnahme in Form der Räumung.
Ein ausführlicher Bericht folgt.

Bericht zur Ernst Barlach Straße 7

In der Nacht zum 03.04.10 wurde ein Haus in der Ernst-Barlach Str.
von einer sozial engargierten Gruppe erschlossen.
Freiräume für Kreative und Benachteiligete sollen
geschaffen werden. Der Zeit hängen Transparente aus den Fenstern
und vom Dach. Vor der Eingangstür ist ein Stand mit Kuchen
aufgebaut und es wird zum Kaffe geladen.
Im Laufe des Tages werden noch Workshops, Kindersmicken und
viele Gestaltungsmöglichkeiten angeboten.
Der allgem. Freund und Helfer hat sich das Treiben bis jetzt
einfach nur angesehn und fährt Kreise^^.

Noch scheint die Sonne und mensch genießt die Atmosphäre.

Pressemitteilung der Leute aus der Ernst Barlach Straße 7

Moin moin.

Seit den frühen Morgenstunden herrscht neues Leben in den grauen Mauern der Ernst Barlach Straße 7. Wir, eine bunte, friedliche und weltoffene Gruppe, haben es uns zum Ziel gesetzt dort ein selbstverwaltetes Kultur-, Wohn- und Begegnungszentrum entstehen zu lassen. Es ist uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass es sich hier um ein explizit friedliches Projekt handelt. Wir möchten alle Anwohner_innen ermutigen sich ein eigenes Bild zu machen. Entsprechend unseren Prinzipien einer freundlichen, dialogorientierten Besetzung unter Einbeziehung der Nachbarschaft, erwarten wir zumindest eine Duldung des Projektes. Bei einem eventuellen Interessenkonflikt mit dem/der Besitzer_in möchten wir diesen/diese darum bitten sich zuallererst an uns zu wenden.

Warum sind wir hier?
Die momentanen Zustände in der Stadtentwicklung Rostocks und anderswo haben uns dazu veranlasst, geradezu gedrängt, einen Ort zu schaffen, um der Verteuerung von Wohnraum und Verdrängung von Kultur entgegenzutreten. Der Rostocker Mietspiegel steigt Jahr um Jahr und führt zu einer der teuersten Wohngegenden in Deutschland, sodass es für viele Menschen mit geringem Einkommen, Student_innen, Arbeitslosen, Rentner_Innen und vielen anderen immer schwieriger wird sich in der Innenstadt zu halten. Wir können es nicht länger hinnehmen , dass in Rostock zu viele neue Häuser mit sogenannten hochwertigen Wohnungen entstehen, die mensch nicht bezahlen kann und somit in die Randbezirke verschwinden muss.
Beispielhaft dafür ist die Umgestaltung des ehemaligen Kulturgüterbahnhofs in der Östlichen Altstadt zu teuren Lofts, Wohnungen und einem weiteren, geplanten, Einkaufszentrum.
Aktiv werden!

Aus diesen Gründen haben wir beschlossen einen neuen, vielfältigen und unabhängigen Freiraum fernab von Rassismus, Sexismus, Homophobie und anderen Unterdrückungsformen zu schaffen. In der nächsten Zeit werden verschiedene Projekte wie ein Umsonstladen, ein Café, kreative Werkstätten, ein Raum für politische Veranstaltungen und Diskussionen sowie alternativer Wohnraum entstehen, um die Ernst Barlach Straße 7 zu einem lebhaften Ort werden zu lassen.

Wir wollen hiermit auch bekannt geben, dass heute ein „Tag des offenen Hauses“ stattfinden wird, wozu alle Bürger_Innen herzlich eingeladen sind sich ein eigenes Bild zu machen.

Wir freuen uns auf alle interessierten Besucher_Innen, bis dahin

Die Leute aus der Ernst Barlach Straße 7

Offener Brief der Leute aus der Ernst Barlach Straße 7

Liebe Nachbarn.

Seit den frühen Morgenstunden herrscht neues Leben in den grauen Mauern der Ernst Barlach Straße 7. Wir, eine bunte, niedliche und weltoffene Gruppe, haben es uns zum Ziel gesetzt dort ein selbstverwaltetes Kultur-, Wohn- und Begegnungszentrum entstehen zu lassen.
In den folgenden Zeilen möchten wir euch die Gründe für unser Vorgehen aufzeigen und einladen euch ein eigenes Bild über uns zu machen.
Warum sind wir hier?
Die momentanen Zustände in der Stadtentwicklung Rostocks und anderswo haben uns dazu veranlasst, geradezu gedrängt, einen Ort zu schaffen, um der Verteuerung von Wohnraum und Verdrängung von Kultur entgegenzutreten. Der Rostocker Mietspiegel steigt Jahr um Jahr und führt zu einer der teuersten Wohngegenden in Deutschland, sodass es für viele Menschen mit geringem Einkommen, Student_innen, Arbeitslosen, Rentner_Innen und vielen anderen immer schwieriger wird sich in der Innenstadt zu halten. Wir können es nicht länger hinnehmen , dass in Rostock zu viele neue Häuser mit sogenannten hochwertigen Wohnungen entstehen, die mensch nicht bezahlen kann und somit in die Randbezirke verschwinden muss.
Beispielhaft dafür ist die Umgestaltung des ehemaligen Kulturgüterbahnhofs in der Östlichen Altstadt zu teuren Lofts, Wohnungen und einem weiteren, geplanten, Einkaufszentrum. Wenn neuer Wohnraum entsteht, entstehen außerdem oft Reibungspunkte mit lange etablierten und wichtigen kulturellen Einrichtungen, wie der aktuelle Konflikt zwischen dem Jugend- Alternativ-Zentrum und den zugezogenen Bewohner_Innen, die im Vorfeld vom Eigentümer nicht über die Existenz des JAZ informiert wurden, am Kulturgüterbahnhof zeigt. Für ein vielfältiges Rostock ist es wichtig alternative Freiräume zu erhalten und neue zu schaffen. Durch strenge Auflagen und/oder Kürzung von finanziellen Mitteln bekommen aber statt dessen viele Projekte, wie das Café Median oder das Peter Weiss Haus und die Stubnitz Probleme oder mussten, wie zum Beispiel die Escobar, ganz aufgeben. Auf der anderen Seite entstehen funktionelle, langweilige Bürokomplexe und teure Wohnungen.

Aktiv werden!
Aus diesen Gründen haben wir beschlossen einen neuen, vielfältigen und unabhängigen Freiraum fernab von Rassismus, Sexismus, Homophobie und anderen Unterdrückungsformen zu schaffen. In der nächsten Zeit werden verschiedene Projekte wie ein Umsonstladen, ein Café, kreative Werkstätten, ein Raum für politische Veranstaltungen und Diskussionen sowie alternativer Wohnraum entstehen, um die Ernst Barlach Straße 7 zu einem lebhaften Ort werden zu lassen.

Kommt zahlreich!
Es ist uns dabei wichtig euch durch unsere Arbeit als Unterstützer_Innen, Sympathisant_Innen und gern gesehene Gäste zu gewinnen. Hiermit wollen wir euch heute zu einem „Tag des offenen Hauses“ einladen. Macht euch ein Bild, lernt uns kennen. Wir würden uns freuen wenn ihr kommt, euch und eure Vorschläge einbringt oder selbst in unseren oder eigenen Projekten aktiv werden wollt. Im Tagesangebot bieten wir Kinder schminken, Kaffee und Kuchen, musikalische Begleitung und andere Aktivitäten an.
Des weiteren wird es die ganze nächste Woche Veranstaltungen im und rund ums Haus geben. Geplant sind eine Lesung, ein Filmabend, Aufbau und Eröffnung des Cafés und kreative und handwerkliche Betätigungen.

Wir freuen uns auf euch! Auf schöne und wunderbare Nachbarschaft!
Eure Leute aus der Ernst Barlach Straße 7